Arider›Blog›Handguards Motorrad 🧤 Schutz & Sicherheit Arider Redaktion Juli 2026 8 min Lesezeit Für wen ist dieser Guide? 🌲 Enduro- & Offroad-Fahrer Braucht maximalen Schutz für Hebel und Hände bei Stürzen im Gelände. 🛣️ Tourer & Alltagsfahrer Sucht Windschutz für kalte Tage und Regen – ohne klobige Optik. 🏍️ Alle Motorradtypen Universal- oder modellspezifische Kits für Naked Bikes, Adventure und Supermoto. Schutz Windschutz Hebel Montage Handguards sind eines der praktischsten Zubehörteile, die man ans Motorrad schrauben kann – und gleichzeitig eines der am meisten unterschätzten. Sie halten Fahrtwind, Regen, Schlamm und Steinschlag von den Händen ab, schützen Brems- und Kupplungshebel bei Stürzen vor dem Abbrechen und machen gerade bei Offroad- und Toureneinsatz den Unterschied zwischen einer entspannten Fahrt und taub gefrorenen Fingern. Dieser Guide erklärt alles was du wissen musst – von der Wahl des richtigen Typs bis zur sicheren Montage. Das Wichtigste auf einen Blick Offene vs. geschlossene Handguards – der Unterschied ist entscheidend Lenker-Innendurchmesser prüfen: Standard 22 mm, manche Modelle 28 mm Geschlossene Handguards schützen auch Bremshebel bei Stürzen Viele Hersteller bieten Kits mit ABE – wichtig für den Straßenbetrieb Montage meist in 20–60 Minuten selbst möglich Inhalt Typen & Wissen 1Handguard-Typen: offen, geschlossen, Carbon, Alu 2Was Handguards wirklich schützen 3Material-Vergleich: Kunststoff, Alu, Carbon 4Top-Marken im Überblick 5Montage Schritt für Schritt 6Typische Fehler vermeiden Weitere Abschnitte Schnellvergleich der Typen Fazit Häufige Fragen 1Handguard-Typen: offen, geschlossen, Carbon, Alu Vier grundlegende Typen – für jeden Einsatz den richtigen Der Typ entscheidet über Schutzniveau, Windschutz und das Verhalten bei Stürzen. Richtig wählen ist wichtiger als die Marke. Typen Nicht alle Handguards sind gleich. Bevor du nach Marken schaust, musst du wissen, welchen Typ du für deinen Einsatzzweck brauchst – das entscheidet mehr über Schutz und Alltagstauglichkeit als jedes andere Merkmal. Offene Handguards Leicht · Grundschutz Einseitig am Lenker montiert, kein Bügel zum Lenkerende. Schützen vor Ästen, Schlamm und Steinschlag. Bei Sturz bieten sie kaum Hebelschutz. Supermoto Leicht Geschlossene Handguards Vollschutz · Enduro Zweipunkt-Montage: am Lenker und am Lenkerende. Deutlich stabiler, schützt Hebel bei Stürzen. Standard für Enduro, Offroad und Adventure. Enduro Hebelschutz Aluminium-Bügel Robust · Standard Stabiler Alu-Bügel als Basis, Handschale aus Kunststoff. Kombination aus Robustheit und Gewicht – Standard in der Mittel- und Oberklasse. Adventure Robust Carbon-Handguards Premium · Leicht Sehr leicht, sehr steif, sehr hochwertig. Primär für Optik und Gewichtsoptimierung. Weniger robust bei Stürzen als Alu – eher für Straße geeignet. Premium Straße 2Was Handguards wirklich schützen Vier Schutzfunktionen – eine Investition Handguards erfüllen gleichzeitig mehrere Aufgaben, die auf den ersten Blick nicht alle offensichtlich sind. Schutzfunktionen Windschutz für die Hände – Schon ab 60 km/h zieht der Fahrtwind spürbar Wärme aus den Fingern. Handguards schaffen eine Windschutzzone, die die gefühlte Temperatur an den Händen um mehrere Grad erhöht – und das ohne beheizte Griffe kaufen zu müssen. Regen- und Spritzwasserschutz – Geschlossene Handguards halten Regentropfen und Straßendreck von den Händen ab. Besonders bei langen Touren im Regen ist das ein erheblicher Komfortgewinn – die Hände bleiben länger warm und trocken. Schutz von Brems- und Kupplungshebeln – Im Gelände ist das der wichtigste Punkt: Fällt das Motorrad um, stehen die Hebel zuerst auf dem Boden. Ein geschlossener Handguard-Bügel fängt den Aufprall ab und verhindert das Abbrechen der Hebel – das rettet oft den Rest der Tour. Steinschlag, Äste und Schmutz – Gerade im Gelände oder auf Schotterpisten treffen Steinchen mit hoher Geschwindigkeit auf die Handrücken. Handguards lenken sie ab. Im Wald schützen sie vor Ästen, die über den Lenker peitschen – ohne Handguards kann das zu ernsthaften Verletzungen führen. Schutzwirkung – offene vs. geschlossene Handguards WindschutzGeschlossen: 95 % Hebelschutz bei SturzGeschlossen: 90 % Steinschlag-/AstschutzOffen:65 % | Geschlossen: 92 % Gewicht (weniger = besser)Offen leichter Relative Schutzwirkung – Angaben gelten für hochwertige Produkte. 3Material-Vergleich: Kunststoff, Alu, Carbon Das Material entscheidet über Haltbarkeit und Gewicht Jedes Material hat klar definierte Stärken – die Wahl hängt vom Einsatzzweck und Budget ab. Materialien Material Gewicht Schutz Sturz Preis Ideal für Kunststoff (Nylon/PP) Leicht ✓ Gut ~30–80 € Alltag, Budget Kunststoff + Alu-Bügel Mittel ✓✓ Sehr gut ~80–200 € Enduro, Adventure Vollaluminium Mittel–schwer ✓✓✓ Maximal ~150–350 € Offroad, Racing Carbon Sehr leicht – Splittert ~200–500 € Straße, Optik 💡 Empfehlung für die meisten Fahrer: Kunststoffhandschale mit Aluminium-Bügel – das ist die beste Kombination aus Schutz, Gewicht und Preis. Carbon sieht schön aus, splittert aber bei harten Stürzen und bietet dann keinen sinnvollen Schutz mehr für die Hebel. 4Top-Marken im Überblick Die wichtigsten Hersteller auf dem Markt Jede Marke hat ihre Kernstärke – von günstig und universal bis zu modellspezifisch und premium. Marken Acerbis Enduro & MX · Preistipp Einer der beliebtesten Hersteller für Offroad-Handguards. Große Auswahl, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, viele Farben. Klassiker: Acerbis Rally Pro und X-Elite. ab ~35 € SW-Motech Adventure · ABE Modellspezifische Kits mit ABE für viele Adventure-Modelle. KOBRA und BBSTORM mit stabilem Alu-Bügel. Besonders beliebt bei BMW GS, Africa Twin und Tenere-Fahrern. ab ~90 € Barkbusters Premium · Modulsystem Australischer Hersteller mit modularem Baukasten-System. Aluminiumbügel + austauschbare Handschalen. Sehr robust, global beliebt bei Adventure-Reisenden. STORM und JET. ab ~110 € Touratech Reiseenduro · Premium Hochfeste Aluminium-Bügel speziell für Reiseenduros. Geschlossene Bauweise, direkte Lenker-Abstützung. Für BMW, Honda, KTM, Triumph und Yamaha verfügbar. ab ~150 € Polisport MX & Enduro · Budget Günstige und solide Handguards für Motocross und Enduro. Halo und Qwest-Serie mit guter Passform und vielen Farbvarianten. Ideal für den ersten Satz Handguards. ab ~25 € Progrip Universal · Preis-Tipp Breites Sortiment von Universalhandguards bis modellspezifischen Kits. Gute Verarbeitung für den Preis. Besonders beliebt im Supermoto- und Motocross-Bereich. ab ~20 € Modellspezifisch vs. Universal: Modellspezifische Kits (SW-Motech, Barkbusters, Touratech) sitzen ohne Spiel und Vibrationen – aber sie passen nur auf bestimmte Motorräder. Universal-Kits (Acerbis, Polisport, Progrip) passen auf fast jeden 22-mm-Lenker, können aber bei manchen Modellen leicht vibrieren. Für Dauertourer und Offroad-Fahrer lohnt sich immer das modellspezifische Kit. 5Montage Schritt für Schritt In 20–60 Minuten selbst montiert Die meisten Handguards lassen sich mit Inbusschlüssel und Schraubenzieher ohne Fachkenntnisse montieren. Montage 1 Lenker-Innendurchmesser prüfen – Vor dem Kauf sicherstellen: Standard-Lenker haben 22 mm Innendurchmesser, manche Modelle 28 mm (konische Lenker). Bei konischen Lenkern ein Kit mit passendem Adapter wählen oder die Herstellerangabe für das eigene Modell prüfen. 2 Grip und Lenkerendkappe entfernen – Die Lenkerendkappe herausdrehen oder heraustreiben. Den Motorradgriff vorsichtig ablösen – mit etwas Druckluft oder WD-40 unter den Grip blasen, damit er sich leichter abziehen lässt ohne zu reißen. 3 Innenliegenden Befestigungspunkt montieren – Den lenkerinternen Bolzen oder die Klemme am Lenker befestigen. Bei Zweipunkt-Montage (geschlossene Handguards) wird hier die erste Befestigung gesetzt – fest anziehen aber noch nicht endgültig fixieren. 4 Handschale ausrichten und Lenkerende befestigen – Die Handschale in die gewünschte Position bringen und am Lenkerende die zweite Befestigung einstecken und anziehen. Position kurz prüfen: Die Schale sollte die Hände vollständig schützen ohne Hebel oder Schalter zu blockieren. 5 Grip montieren und alle Schrauben endgültig anziehen – Den Grip wieder aufschieben (ggf. Gripkleber verwenden) und die Lenkerendkappe einsetzen. Alle Schrauben laut Anzugsmoment des Herstellers festziehen. Abschließend: Volllenkeinschlag prüfen – keine Teile dürfen die Lenkung einschränken. ⚠️ Sicherheitsprüfung nach der Montage: Den Volllenkeinschlag nach links und rechts testen – die Handguards dürfen die Lenkung nicht einschränken oder irgendwo anstoßen. Loose Teile nach der Montage können bei Fahrt gefährlich werden. Im Zweifelsfall einen Fachmann die Montage prüfen lassen. 6Typische Fehler vermeiden Diese Fehler passieren häufig beim ersten Kauf Von falschem Lenkerdurchmesser bis zu losen Schrauben – die häufigsten Fehler und wie man sie vermeidet. Fehler Falschen Lenkerdurchmesser kaufen – Der häufigste Fehler. Standard-Universalkits sind für 22-mm-Lenker. Viele Adventure- und Enduro-Motorräder haben konische Lenker mit 28 mm am Ende. Immer vorher messen oder beim Hersteller nachfragen. Offene Handguards für harten Offroad-Einsatz – Ohne Lenkerende-Befestigung biegen sich offene Handguards beim Sturz einfach weg – die Hebel sind trotzdem schutzlos. Für Gelände immer geschlossene Handguards mit Alu-Bügel wählen. Schrauben nicht auf Drehmoment anziehen – Zu locker: Handguard vibriert und dreht sich im Fahrbetrieb. Zu fest: Lenker oder Klemme kann beschädigt werden. Immer Anzugsmoment aus der Montageanleitung beachten und Drehmomentschlüssel verwenden. Lenkeinschlag nach Montage nicht prüfen – Handguards die beim Einlenken irgendwo anstoßen sind sicherheitskritisch. Nach jeder Montage Volllenkeinschlag testen – links UND rechts – bevor das Motorrad bewegt wird. Günstige Kits für Reisetourer oder Gelände – Bei sehr günstigen Kits unter 20 € fehlen oft Anzugsmoment-Angaben, die Materialqualität ist gering und die Passform schlecht. Für ernsthafte Einsätze mindestens Mittelklasse von Acerbis, Polisport oder SW-Motech wählen. ✓Schnellvergleich der Handguard-Typen Typ Windschutz Hebelschutz Gewicht Preis ab Ideal Offen (Kunststoff) Mittel – Leicht ~20 € Supermoto, Budget Geschlossen (Kunststoff) Gut ✓ Mittel ~35 € Enduro, Allgemein Geschlossen + Alu-Bügel Sehr gut ✓✓ Mittel ~80 € Adventure, Offroad Vollalu (Touratech, Barkbusters) Sehr gut ✓✓✓ Schwerer ~110 € Reise, Racing Carbon Gut – (splittert) Sehr leicht ~200 € Straße, Optik Fazit Handguards – kleine Investition, großer Unterschied Die fünf wichtigsten Punkte für die richtige Wahl: Offroad und Enduro: nur geschlossene Handguards – Nur mit Lenkerende-Befestigung schützen sie die Hebel bei Stürzen zuverlässig. Offene Handguards sind im Gelände keine echte Lösung. Kunststoff + Alu-Bügel für die meisten Fahrer – Die beste Kombination aus Schutz, Gewicht und Preis. Carbon für Optik, Vollalu für maximale Robustheit im harten Racing. Lenker-Innendurchmesser vor dem Kauf prüfen – Standard 22 mm, manche Adventure-Modelle 28 mm (konisch). Der häufigste und ärgerlichste Kauffehler. Modellspezifisch kaufen wenn möglich – SW-Motech, Barkbusters und Touratech bieten Kits ohne Vibrationen und mit ABE für viele Modelle. Lohnt sich für Dauertourer und Adventure-Fahrer. Lenkeinschlag nach Montage immer prüfen – Vollanschlag links und rechts. Handguards die die Lenkung einschränken sind sicherheitskritisch und müssen sofort korrigiert werden. Handguards sind eine der günstigsten Sicherheitsinvestitionen am Motorrad. Wer einmal damit gefahren ist – besonders im Regen oder auf Schotterpisten – möchte sie nicht mehr missen. Arider – Individualität und Schutz Gut geschützt – und einzigartig im Look. Neben Handguards macht auch das Dekor den Unterschied. Arider bietet modellspezifische Dekor Kits für dein Motorrad – aus hochwertiger Cast-Folie, UV-stabil, passgenau und rückstandsfrei entfernbar. Schutz und Individualität in einem. Dekor Kits entdecken → Mehr im Blog Häufige Fragen zu Handguards Die 5 meistgestellten Fragen auf einen Blick. Welche Handguards passen zu meinem Motorrad?+ Grundsätzlich gibt es Universal-Handguards für 22-mm-Lenker, die auf fast alle Motorräder passen, sowie modellspezifische Kits für exakte Passform ohne Spiel. Bei Motorrädern mit konischen Lenkern (z. B. viele Adventure-Modelle) unbedingt ein Kit mit Adapter für konische Lenker wählen. Wichtig: Immer Lenkerinnendurchmesser prüfen – Standard ist 22 mm, manche Modelle haben 28 mm. Was ist der Unterschied zwischen offenen und geschlossenen Handguards?+ Offene Handguards bestehen nur aus einer Schutzschale ohne Verbindung zum Lenkerende – leichter und kompakter, aber kein Hebelschutz bei Stürzen. Geschlossene Handguards haben zusätzlich einen Bügel am Lenkerende – deutlich stabiler, schützen Brems- und Kupplungshebel bei Stürzen und bieten mehr Windschutz. Für Enduro und Offroad sind geschlossene Handguards fast immer Pflicht. Schützen Handguards auch bei Stürzen?+ Ja – besonders geschlossene Handguards mit Aluminium- oder Stahlbügel schützen Brems- und Kupplungshebel bei Stürzen vor dem Abbrechen. Das spart im Gelände oft eine Tour-Unterbrechung. Für die Hände selbst ersetzen sie keinen Motorradhandschuh, bieten aber zusätzlichen Aufprallschutz seitlich und von vorne. Brauche ich für Handguards eine ABE oder Betriebserlaubnis?+ Viele Hersteller wie SW-Motech oder Acerbis liefern ihre Handguards mit ABE – diese dürfen ohne Einzelabnahme auf der Straße gefahren werden. Produkte ohne ABE können ebenfalls legal sein, wenn sie keine Beleuchtung beeinflussen und ordnungsgemäß befestigt sind. Mit integrierter Blinker-Funktion ist eine ABE zwingend notwendig. Im Zweifelsfall beim Hersteller oder TÜV nachfragen. Kann man Handguards selbst montieren?+ Ja, die meisten Handguards lassen sich mit einfachem Werkzeug (Inbusschlüssel, Schraubenzieher) selbst montieren. Die Montage dauert je nach Modell 20 bis 60 Minuten. Wichtig: Den Grip beim Anbringen der Lenkerendkappe nicht beschädigen, alle Schrauben laut Drehmomentangabe anziehen und nach der Montage immer den Volllenkeinschlag prüfen. Weitere Beiträge Tanktaschen: Magnet oder Riemen?› Reifenpflege richtig gemacht: Grip und Sicherheit› Verkleidung & Covers: Schutz vor Wind und Wetter› Alle Blog-Beiträge von Arider›